Ganztagsschule und Bildung II
9. Dezember 2006|00:08
Nachdem die Kinder zunächst sehr lange ohne Förderung auskommen mussten, werden sie im hiesigen Schulsystem schon wieder sehr früh unter Druck gesetzt. Durch das gegliederte Schulsystem schon nach der vierten Klasse stehen die Schüler von vornherein unter Leistungsdruck. In den meisten anderen Ländern findet diese Gliederung erst nach dem achten Schuljahr statt und bietet den, bis dahin Jugendlichen, genügend Zeit sich zu entwickeln und eventuelle Stärken und Schwächern herauszubilden. Es wird also mit dem deutschen Schulsystem nicht das erwünschte Ziel homogener Lerngruppen erreicht, sondern eher Frustration, Demotivation und Schulverweigerung. Daher ist es nicht verwunderlich, dass 10% aller Schüler die Schule abbrechen und die Zahl der Studienanfänger international unter dem Durchschnitt liegt. Mit dem Modell einer Ganztagsschule kann zumindest in einigen Punkten das deutsche Bildungssystem in eine andere Richtung und somit vielleicht an eine bessere Position im vergleichenden Schulleistungstest gelenkt werden. Die Ganztagsschule ist sicherlich kein Allheilmittel, doch sprechen einige Argumente für eine Einführung.
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